„Utan mamma“ – wenn Kinder alleine reisen!

UA

Inzwischen sind unsere Kinder schon so groß (=alt), dass sie alleine reisen (können). L hat inzwischen auch bereits drei Alleinflüge als sogenannter „unattended minor“ (UM) oder wie man hier in Schweden in Flugbegleiterkreisen anscheinend sagt „utan mamma“ (ohne Mama) hinter sich.

Das eröffnet natürlich ganz neue Möglichkeiten für die Kinder, aber vor allem auch für uns als Familie, denn selbst mit den liberalen schwedischen Urlaubsmöglichkeiten schaffen wir es kaum, 9 Wochen Sommerferien der Kinder abzudecken – zumindest nicht, wenn wir zusammen Urlaub machen wollen. Und das hat bisher immer noch höchste Priorität.

L zum ersten mal alleine

Unsere Erfahrungen beschränken sich auf KLM und SAS, aber das Procedere unterscheidet sich vermutlich nicht so sehr zwischen den verschiedenen Fluglinien. Sogenannte Billigfluglinien wie Ryanair bieten keinen Begleitservice für Minderjährige an. Gegebenenfalls muss man sich auf der Webseite der entsprechenden Fluglinien erkunden.

In der Regel muss man Tickets für alleinreisende Kinder per Telefon oder am Flughafen/in Verkaufbüros der Fluglinien bestellen. Ein Online-Kauf ist meist nicht möglich (zumindest nicht bei den beiden oben genannten Fluglinien), außer vielleicht über deren Chatcenter oder fb/twitter-Seiten. Es kommt natürlich eine Gebühr für den Begleitservice dazu, der so um die 50 €/Strecke liegt, aber auch da haben wir jedes mal andere Preise bekommen (aus welchen Gründen auch immer?).

Wenn die Buchung dann fertig und bezahlt ist, bekommt man am Flughafen (oder bereits vorab) ein Formular ausgehändigt, in das man Abflugort, ev. Umsteigeflughafen und Ankunftsort mit Flugnummern, Zeiten, usw einträgt. Natürlich dürfen die persönlichen Angaben des Kindes nicht fehlen, genauso wenig wie die Sprache(n), mit denen mit dem Kind sprechen kann und – gaaaaanz wichtig – wer das Kind abgibt und wieder abholt! Dieses Formular zusammen mit allen anderen wichtigen Unterlagen wird in einer praktischen (?) Tasche dem Kind um den Hals gehängt, und dann kann es eigentlich schon losgehen.

UA

Check-in usw funktioniert wie immer (doch meist kein online-check-in). Ob man als Begleitperson dem Kind bis zum Gate folgen darf, ist von Flughafen zu Flughafen unterschiedlich. Unsere bisher begrenzte Erfahrung:

  • Linköping: Ok, auf unserem winzigen Hausflughafen darf man natürlich mit bis zum Gate, ist ja Luftlinie auch nur ca 15 m von der Sicherheitskontrolle entfernt… da darf man auch sitzen bleiben bis der Flieger auf die Startbahn gerollt ist…
  • Berlin-Tegel: bis zum Gate
  • Stockholm-Arlanda: bis zur Sicherheitskontrolle
  • Palma de Mallorca: bis zum Gate
  • Stuttgart-Echterdingen: bis zum Gate

IMG_0716_wm

Das Schlimmste ist der Abschied… Unser Erstgeborener ist zum ersten Mal mit gut 8 Jahren nach Deutschland geflogen – das war schon nicht ganz so einfach. Wir machten uns auch vor allem Gedanken, was passieren würde, wenn er seinen Anschlussflug nicht bekäme… und das abends um 21 Uhr, ohne die Möglichkeit am selben Tag noch eine spätere Maschine nehmen können… ein Gedanke, den man am liebsten verdrängt. Bisher hat es gut geklappt, und er hat seine Reisen mit Bravour gemeistert. Es gibt ja auch ab und zu Vorteile, als Kind alleine zu reisen. L durfte z.B. einmal in der ersten Klasse fliegen (obwohl nur gewöhnliche Economy gebucht) und auf den größeren Flughäfen wird man in der Regel mit Elektroauto transportiert bzw. darf vom Flieger mit der Besatzung oder in einem eigenen Wagen zum Terminal fahren! Das erlebt er nicht, wenn er mit uns verreist.

Aber es fließen schon ab und zu ein paar Tränen, da ist nichts zu machen… zum Glück bleibt es ja nicht bei den Abschieden, sondern es gibt ja bei der Ankunft auch immer ein freudiges Wiedersehen!

Ein kleiner Netzfund, der manche Abschiede vielleicht ein wenig schöner machen könnte… oder verschlimmern… kommt ganz darauf an.

 

 

 

4aufeinenstreich

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: